
Erleben / See
Der Naugartener See
33 Hektar Wasser, ein Weg ums Ufer und eine technische Besonderheit, die den See klar hält. Hier beginnt Naugarten oft mit einem Blick über die Oberfläche.
See-Portrait
Ein See, geformt vom Eis.
Nördlich des Dorfes schmiegt sich der Naugartener See in die hügelige Moränenlandschaft. Seine längliche Form kommt aus der Weichsel-Kaltzeit: Schmelzwasserströme haben hier vor etwa 15.000 Jahren ein Becken gezogen.
Seit 2023 hat der Naugartener Dorf- und Seeverein die fischereirechtliche Bewirtschaftung übernommen. Und eine Unterwasserkamera bringt Live-Bilder der Fische in ein nahes Gasthaus: Naturerlebnis mit einem kleinen digitalen Augenzwinkern.
Seerundweg
Einmal um den See und wieder anders zurück.
Der Seerundweg ist familienfreundlich, flach und nah am Wasser. In rund einer Stunde kommst du fast vollständig um den See herum: durch Erlenbrüche, an Sitzgruppen vorbei und immer wieder mit Sichtkontakt zum Wasser.
- Rund 3 bis 3,6 Kilometer direkt am Wasser und durch feuchte Uferzonen.
- Sitzgruppen, Informationstafeln und immer wieder freie Blicke auf den See.
- Flaches Gelände, gut für Kinder und für eine ruhige Stunde draußen.
- Mit etwas Glück ziehen Fischadler, Kraniche oder Wasservögel ins Bild.
Wasserqualität
Klares Wasser ist hier kein Zufall.
Eine technische Besonderheit sorgt für die Wasserqualität: die Tiefenwasserableitung, auch Olszewski-Rohr genannt. Sie saugt sauerstoffarmes, nährstoffreiches Wasser aus der tiefsten Stelle ab.
So wird der See stetig nährstoffärmer. Limnologen sprechen von Oligotrophierung; im Alltag heißt das: weniger Algenblüten, mehr Sichttiefe und ein Badegewässer, das regelmäßig vom Gesundheitsamt überwacht wird.
Die Badestelle am Südufer hat einen flachen Einstieg und ist besonders für Familien ein guter Ort für warme Tage.
Tiefenwasserableitung
Ein einfaches Prinzip mit großer Wirkung.
Kurz gesagt: Unten wird es nährstoffreich.
Das Rohr holt dieses Tiefenwasser aus dem See. So kommt weniger Nahrung für Algen zurück nach oben und das Wasser bleibt klarer.
Nährstoffe sinken ab
Phosphor und Stickstoff sammeln sich im kalten Tiefenwasser am Seegrund.
Das Rohr holt Tiefe nach oben
Das Olszewski-Rohr reicht bis zur tiefsten Stelle und lässt nährstoffreiches Wasser abfließen.
Der See wird klarer
Dem Wasser werden dauerhaft Nährstoffe entzogen. Algenblüten bleiben aus, die Sichttiefe steigt.
Stille, die man hören kann.
Morgens ist der See oft nur ein Streifen Licht zwischen Bäumen. Abends wird er zur Bühne für Frösche, Vögel, Wind und die kleinen Geräusche am Ufer.
Tierwelt und Jahreszeiten
Der See zeigt jeden Tag eine andere Seite.
Die gute Wasserqualität, das Schilf und die umliegenden Wälder schaffen Lebensraum für Vögel, Fische, Insekten und Wild. Manchmal reicht ein Sitzplatz am Ufer, um mehr zu sehen als auf einem langen Ausflug.
Vogelwelt
- Seeadler
- Deutschlands größter Greifvogel brütet in der Umgebung.
- Fischadler
- Regelmäßig über dem Wasser zu beobachten.
- Kraniche
- Im Herbst besonders eindrucksvoll auf Rast.
Fischbestand
- Hecht und Zander
- Raubfische zwischen Schilf, Freiwasser und Strukturen.
- Karpfen und Schleie
- Friedfische in den krautreichen Uferbereichen.
- Aal
- Nachtaktiv, nah am Grund und Teil der Seegeschichte.
Ufer und Wald
- Erlenbrüche
- Feuchte Uferzonen, typisch für die Landschaft am See.
- Rotwild
- In den umliegenden Mischwäldern zuhause.
- Rebhühner
- Wiederangesiedelt durch ein Gemeinschaftsprojekt.
Der See im Wandel der Jahreszeiten
Morgennebel, Wintersteg, Abendsonne: Die Bilder erzählen fast schon allein, warum der See zu Naugarten gehört.
Herbst am See
Wenn die Ufer stiller werden und das Licht tiefer steht.
Morgenlicht am Ufer
Wenn die Sonne durch die Bäume fällt und der See noch still liegt.
Winterstille
Der See kann im Winter fast grafisch wirken.
Frostiger Morgen
Kälte, Licht und die Ruhe vor dem ersten Schritt.
Abendsonne
Spätes Licht auf dem Wasser, kurz bevor das Dorf leiser wird.
Weitergehen
Weiter am Wasser bleiben.
Vom See aus führen die nächsten Wege direkt zu Angeln, Natur und der Gemeinschaft, die diesen Ort pflegt.