Dorfkirche Naugarten mit beleuchteten Fenstern und Mond

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Die Dorfkirche

Über 300 Jahre Dorfmitte: ein Raum aus Wiederaufbau, Handwerk, Klang und gemeinsamer Erinnerung.

Dorfmitte

Ein Raum, der das Dorf zusammenhält.

Die Kirche steht nicht abseits, sondern mitten im Ort. Von der Straße, vom Friedhof und von den umliegenden Höfen aus ist sie einer der sichtbaren Fixpunkte Naugartens.

Sie ist das einzige Baudenkmal des Dorfes. Ihre Geschichte erzählt von einem mittelalterlichen Vorgängerbau, vom Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg und davon, wie viele Generationen den Raum erhalten und weiter genutzt haben.

Auf einen Blick

13. Jh.
mittelalterlicher Vorgängerbau
1713
Neubau auf alten Grundmauern
1777
Jahreszahl auf der Wetterfahne
1958
Albert-Schweitzer-Raum im Anbau
2025
Teil der Gesamtkirchengemeinde Region Boitzenburg/Uckermark

Baugeschichte

Auf alten Fundamenten neu gebaut.

Vermutlich schon in der Mitte des 13. Jahrhunderts stand an dieser Stelle eine erste Kirche. Der Dreißigjährige Krieg zerstörte den Vorgängerbau; was blieb, waren Grundmauern und die Aufgabe, den Mittelpunkt des Ortes neu zu fassen.

1713 wurde die heutige Kirche errichtet. Ihr verputzter Saalbau, der dreiseitige Ostschluss und der verbretterte Dachturm mit Welscher Haube geben ihr bis heute die ruhige, klare Silhouette.

  • verputzter Saalbau mit dreiseitigem Ostschluss
  • zweigeschossiger verbretterter Dachturm
  • schiefergedeckte Welsche Haube
  • Wetterfahne mit den Jahreszahlen 1713 und 1777

Innenraum und Ausstattung

Holz, Klang und Spuren der Zeit.

Im Innenraum begegnen sich Handwerk, Gebrauch und Erinnerung. Manches ist genau überliefert, manches nur noch als Spur greifbar. Gerade darin liegt der Charakter dieser Kirche.

Kanzelaltar

Der barocke Kanzelaltar gibt dem Innenraum seinen Blickpunkt. Ältere Unterlagen bringen ihn mit der Glume-Werkstatt in Verbindung; sicher belegt ist diese Zuordnung nicht.

Grüneberg-Orgel

1875 kam die Orgel des Stettiner Orgelbauers Barnim Grüneberg nach Naugarten. Sie trägt die Opusnummer 165 und wurde 2009 restauriert.

Weitere Ausstattung

Zum Raum gehören unter anderem das 1953 gestiftete Taufbecken, Abendmahlsgerät von 1956 und die 1995 angefertigte Gedenktafel für die im Zweiten Weltkrieg verstorbenen Dorfbewohner.

Chronik des Erhaltens

Was bleibt, muss immer wieder gepflegt werden.

Erhalten wurde die Kirche nicht mit einem einzigen großen Schritt. Immer wieder gab es Arbeiten, die den Raum nutzbar hielten: reparieren, sichern, erneuern, weiterfeiern. So blieb kein Museumsstück zurück, sondern ein Ort, der getragen wird.

  1. 1945

    Schäden im Innenraum

    Nach Kriegsende wird die Kirche durch russisches Militär als Pferdestall genutzt. Im Innenraum entstehen schwere Verluste.

  2. ab 1950

    Erste Instandsetzungen

    Neues Gestühl, eine gebrauchte Glocke und eine notdürftige Orgelreparatur bringen den Raum wieder in Gebrauch.

  3. 1958

    Albert-Schweitzer-Raum

    Der Anbau wird nach Westen erweitert. Dazu gehören auch Kohle- und Sargraum.

  4. 1975

    Dach und Putz

    Das Kirchendach erhält alte Handstrichbiber in Doppeldeckung; außerdem wird Außenputz aufgebracht.

  5. 1989

    Turmschalung

    Die Handwerkergruppe des Kirchenkreises erneuert die Turmschalung.

  6. 2005

    Läuten und Uhr

    Elektrische Läuteanlage und Turmuhr werden hergestellt beziehungsweise elektrifiziert.

  7. 2018

    Kirchensaal

    Gestühl und Fußbodenaufbau werden instandgesetzt, Bankheizungen eingebaut, Elektrik erneuert und Malerarbeiten ausgeführt.

  8. 2024/25

    Anbau und neuer Boden

    Am Albert-Schweitzer-Raum entstehen WC und Teeküche. Ein neuer Ziegelfußboden nimmt alte Sechseckplatten wieder auf.

Kirche heute

Der Raum klingt weiter.

Im Jahreslauf ist die Dorfkirche Gottesdienstraum, Klangraum und Treffpunkt: für Andachten, Musik, Weihnachtskonzert und Krippenspiel. Wenn hier gesungen oder gespielt wird, wird aus dem alten Bau ein hörbarer Teil des Dorflebens.

Seit 2025 gehört Naugarten zur Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Region Boitzenburg/Uckermark. Für den Ort bleibt die Kirche trotzdem erkennbar Naugarten: am Turm, am Kirchhof, am Siegel und an den Menschen, die den Raum weiter nutzen.

  • Gottesdienste und Andachten
  • Musik und Chorarbeit
  • Weihnachtszeit in der Kirche
  • Kirchliches Leben in der Region
Das Kirchensiegel aus der jüngeren Chronik verbindet Turm, Landschaft und christliche Symbole zu einem Zeichen des Ortes.